Zürcher Regierungsrat bleibt vage bezüglich dem Islamischen Kindergarten in Volketswil

Die Zürcher Regierung hat eine Anfrage dreier FDP-Kantonsräte beantwortet und stellt fest, dass Privatschulen sehr wohl Schwerpunkte setzen dürften, «insbesondere inhaltlicher, pädagogischer, weltanschaulicher, religiöser oder konfessioneller Art».

Lesen Sie hier den Artikel, der in der NZZ vom 16. Mai 2014 erschienen ist:

 

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Dass in Volketswil der erste muslimische Kindergarten der Schweiz eröffnet werden soll, hat für einige Unruhe gesorgt. Noch ist zwar nicht klar, ob das Volksschulamt das Gesuch bewilligt. Drei FDP- Kantonsräte wollten aber schon im März vom Regierungsrat wissen, wie er dazu steht, auch in Anbetracht dessen, «dass die Kantonsverfassung den Islam als nicht anerkannte Glaubensrichtung vorsieht». Ebenso interessierte die Parlamentarier, wie sich das Kindergarten-Projekt mit den Integrationszielen vereinbaren lässt. Die Antworten der Regierung liegen nun zwar vor, sind aber relativ vage: Privatschulen dürften sehr wohl Schwerpunkte setzen, «insbesondere inhaltlicher, pädagogischer, weltanschaulicher, religiöser oder konfessioneller Art», schreibt die Regierung. Dabei hätten sie sich aber an den Lehrplan zu halten und dürften die Schülerinnen und Schüler keinen pädagogischen oder weltanschaulichen Einflüssen aussetzen, die den Zielen der Volksschule in grundlegender Weise zuwiderliefen.

Den Koran studieren

Ob diese Voraussetzungen beim Volketswiler Kindergarten «al-Huda» (der rechte Weg) gegeben sind, wird derzeit noch geprüft. Auf ihrer Website betonen die Projektverantwortlichen zwar, dass sie sich auf den Lehrplan stützen wollen. Die 4- bis 6-jährigen Kinder sollen daneben aber auch Arabisch lernen und den Koran studieren. Es sei das Ziel, die Kinder auch ausser Haus islamisch zu erziehen und den Zusammenhalt der islamischen Gemeinschaft zu fördern. Untergebracht sein soll der Kindergarten im Imam-Zentrum in Volketswil.

«Eine Frechheit»

Kantonsrat Martin Farner (fdp.) hofft, dass das Gesuch abgelehnt wird. Für die Integration sei es doch allemal das Beste, wenn die Kinder die Volksschule besuchten und sich auch schon im Kindergarten mit Gleichaltrigen anderer Religionen und Kulturen austauschten. Enttäuscht ist Farner, der die Anfrage mit seinen Parteikollegen Jürg Kündig und Katharina Kull-Benz eingereicht hatte, über die Antwort des Regierungsrates: Es sei doch eine Frechheit, sich hinter allgemeinen Formulierungen zu verstecken, anstatt etwas Konkretes zu sagen. «Wir werden nun wohl mit einer Interpellation zusätzlichen Druck aufsetzen müssen.»

 

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