Grundlagen

Erläuterungen zur Haddsch

 

Eine Zusammenstellung von Scheich Youssef Ibram (Genf) anlässlich der Hadsch
 


Liebe Pilgerinnen und Pilger, Assalamu Alaikum

Wir danken Allah, Der unsere Gebet erhört hat und es uns vereinfacht – inscha’allah – den 5. Pfeiler des Islam abzuschliessen. Ja, ihr habt auf den Ruf Allah geantwortet, den Appell, den Er durch den Propheten Abraham (a.s.s.) den Musliminnen und Muslimen gegeben hat, an diesen heiligen Ort zu kommen. Als Allah ihm befahl:
«Und rufe die Leute zum Hadsch auf und sie werden einzeln oder in
Gruppen mit Reittieren aus mehreren weitgelegenen Orten kommen.»


Und so werdet ihr auch ein Geschenk bekommen, nämlich das, was der Prophet Mohammed (sas) uns gesagt hat:
«Derjenige, der den Hadsch vollzogen hat und ihn weder durch schlechte Wörter noch durch schlechtes Benehmen gebrochen hat, der kehrt zurück und alle seine Sünden sind weggewischt. Er ist wieder genau so (rein) wie an dem Tag, als seine Mutter ihn geboren hat.»

Ich habe inscha’allah diese Zusammenfassung betreffend Hadsch und Umra nach Quran und Sunna geschrieben.


mekkah
Der Weihezustand

Es gibt drei verschiedene Arten:
•    At-tamatu‘
•    Al-Qiran
•    Al-Ifrat

  1. At-tamatu‘ bedeutet zuerst die Umra vollziehen, sie (die Umra) besteht aus 4 Sachen (werde später erklärt) und nach der Umra – die ungefähr einen halben Tag dauert – weiter normal leben bis zum 8. Dul-Higga (Yaum al-Tarwia), dann die Hadsch-Kleider (Ihram) anziehen und den Hadsch beginnen. Diese Reise ist in zwei Teile aufgeteilt; Umra und Hadsch.
  2. Al-Qiran, das bedeutet Umra und Hadsch zusammen durchzuführen. Zuerst die Umra und dann im Weihezustand und den Ihram-Kleidern bleiben, bis auch der Hadsch vollzogen ist – was schwierig ist.
  3. Al-Ifrat, das bedeutet zuerst den Hadsch durchzuführen und dann die Umra machen.



Ich empfehle die 1. Möglichkeit, At-tamatu‘, denn der Prophet (sas) sagte:
«Wenn ich meinen Weihezustand wiedermachen könnte, so würde ich At-tamatu‘ machen.»

Im At-tamatu‘ macht man zuerst die Umra, und die besteht aus – wie bereits erwähnt – 4 Schritten:

  1. Al-Ihram (Weihezustand): d.h. für Männer die weissen Tücher anzuziehen, Frauen tragen ganz «normale» Kleider; und dann At-talbya (Absicht, in den Weihezustand zu treten) fassen.
  2. At-Tatwaf (die 7 Umrundungen der Kaaba)
  3. As-Sayi (Das Hin- und Herlaufen zwischen as-Safa und al-Marwa – den beiden Hügeln neben der Kaaba)
  4. Haare schneiden bzw. Rasieren.


Nach der Rasur nimmt der Pilger sein normales Leben wieder auf, bis zum 8. Tag des Monates Dhul-Higga. Dann muss er ein Schaf opfern oder – wenn er dies nicht vermag – entweder 3 Tage in Mekka fasten oder 7 Tage, wenn man wieder zu Hause ist.

Brüder und Schwestern, der Tag der Abfahrt naht, und ihr solltet euch vorbereiten.

Zu diesen Vorbereitungen gehört u.a. die Körperhygiene: Man sollte alle Haare, die (auch sonst) empfohlen sind, entfernen, sich nicht parfümieren. Man sollte alle unguten Beziehungen in Ordnung bringen. Ihr müsst dorthin abreisen als ob ihr für immer abreisen würdet. Der Mann braucht 2 weisse Tücher, eines, um seine Aura zu bedecken und das andere legt man um die Schulter. Die Frau kleidet sich normal, wie sonst auch.

Bevor man abreist, sollte man folgende Du’a nicht vergessen:

«Allahu Akbar (3x), erhaben ist Derjenige, Der uns dieses (die Pilgerfahrt) ermöglicht hat und wir vermögen es nicht. Wir kehren bestimmt zu Allah zurück. Wir bitten Dich auf dieser unserer Reise um Deine Fürchtigkeit und Wohlbefinden, und um diejenigen von den Taten, woran Du Wohlgefallen hast. O Allah, mach uns diese unsere Reise einfach und mach ihre Weite für uns nah. O Allah, Du bist der Begleiter während der Fahrt und der Nachfolger in der Familie. O Allah, wir suchen bei Dir Zuflucht vor den Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten während der Reise und von der schlechten Sicht, aber auch vom bösen Ende des Vermögens, der Familie und der Kinder.»

Wenn das Flugzeug den Miqat (für die Pilger aus Europa ein Ort namens Rabigh, ca. 200 km von Mekka entfernt) überfliegt, musst Du in den Weihezustand eintreten nach der Sunna des Propheten (sas). Aber für diejenigen, die zuerst nach Medina reisen und nachher nach Mekka, müssen noch nicht in den Weihezustand eintreten, denn ihr Miqat ist Abiar Ali.


Die Vorschriften des Ihram (Weihezustandes)


Ein wichtiges Gebot ist die Absicht (Niya): Der Pilger muss die feste Absicht zur Pilgerfahrt bestätigen und sie sich vergegenwärtigen in seinem Herzen und mit seinen Lippen, indem er die Talbiya sagt:

«Labbaika Allahumma Labbaik
Labbaika la Scharika laka labbaik
Inna l’ammda wa naa’mata laka wa’l Mulk
La Scharieka lak.
»

(Hier bin ich, o Allah, hier bin ich.
Hier bin ich. Dir ist niemand zugesellt, hier bin ich.
Wahrlich gehört der Dank nur Dir und stammt die Gabe nur von Dir. Dir gehört allein das Königreich. Du hast keinen Mitgott).

Es ist Sunna, 2 Rak’aa für den Eintritt in den Weihezustand zu beten.

Bleibt immer mit dem Dhikr (in Erinnerung an Allah) und der Talbiya, bis ihr in Ruhe (ohne den anderen zu brüskieren oder an einem Handgemenge teilzuhaben) und in Gottesfurcht bei der Heiligen Moschee ankommt.


Erlaubtes

  • Waschung mit nicht parfümierten Waschmitteln und die Ihram-Kleider wechseln.
  • Haare waschen und kämmen.
  • Einen Sonnenschirm benutzen.
  • Medizinische Massnahmen, wie einen Zahn ziehen oder ein Spritze injizieren.
  • Sich an der Haut oder auf dem Kopf kratzen



Verbotenes

  • Sexuelle Handlungen. Falls diese doch stattfinden, so ist die Pilgerfahrt für dieses Jahr null und nichtig und muss im folgenden Jahr wiederholt werden.
  • Heirat
  • Parfüm benutzen
  • Für Männer: Normale, genähte Kleider wie Hemden, Hosen oder Schuhe anzuziehen
  • Für Frauen das Schminken
  • Das Jagen
  • Das Auflesen von Fundgegenständen, oder dann nur so lange, bis man sie beim Fundbüro abgibt
  • Das Pflücken von grünen Pflanzen in Mekka



Falls die Pilgerin die Regel während des Weihezustandes bekommt, so muss die Umra in eine Pilgerfahrt umwandeln. Sie fasst die Absicht, die Art Qiran zu verrichten. Sie mach alle Schritte wie jeder Pilger, ausser den Tawaf, das Umkreisen der Heiligen Kaaba. Wenn sie wieder rein wird, soll sie den Tawaf und den Sayi verrichten. Wenn sie aber vor der Pilgerzeit rein wird und die Umra verrichten will, soll sie sich zum nächsten Miqat ausserhalb von Mekka begeben und die den Weihezustand annehmen und die Umra beginnen.

Wenn man in Mekka eintritt, so soll man folgendes Bittgebet sprechen:
«O Allah, das ist Dein heiliger Ort und der Ort des  Friedens – beschütze mich vor dem Höllenfeuer – gib mir frieden und vereinfache mir die Anbetung.»

Wenn ihr in die Heilige Moschee eintretet und vor euch diese wunderschöne Kaaba sieht, so sagt:
«O Allah, gib diesem Haus und diesem Ort alle Ehre und allen Ruhm und allen Respekt und gib auch denen, die den Hadsch und die Umra machen Ruhm und Ehren und alle Barmherzigkeit.»

Dann fängt man den Tawaf (die Umrundung der Kaaba) beim Schwarzen Stein an. Die Kaaba ist auf der linken Körperseite, d.h. man macht die Umrundung gegen den Uhrzeigersinn. Wenn ihr den Schwarzen Stein küssen könntet, dann macht das, aber ohne die Menschen zu drängen und ohne Schubsen usw. Man kann ihn auch nur mit der Hand berühren und dann seine Hand küssen, und wenn dies auch unmöglich wäre, reicht es, wenn man nur auf ihn zeigt mit der rechten Hand.

Man muss die Kaaba 7mal umrunden. Man beginnt immer beim schwarzen Stein an, d.h. der Anfang und das Ende jeder Umrundung ist der Schwarze Stein. Um nicht fehl zu gehen, hat es eine Linie auf dem Boden und ein grünes licht zur rechten Körperseite. Es ist empfohlen, Bittgebete auszusprechen, die man kennt. Das ist besser als irgendwelche Bücher mitzunehmen oder hinter jemanden nachzusprechen. Dies führt nur zu Automatismus. Es ist aber erlaubt, dass jemand Bittgebete spricht und man antwortet mit
«Amin». – sonst kann man «nur» folgendes Gebet wiederholen: «Rabbana aatina fi dunia Hanssana wa fil acherati hassana wa qina adhaban naar.» (O Allah, gib uns Gutes im Diesseits und Gutes im Jenseits und bewahre uns vor den Qualen des Feuers.)

Es ist empfohlen, während den ersten 3 Umrundungen im Eilschritt zu laufen, mit Rücksicht auf die Anderen. Für Männer ist es empfohlen, die rechte Schulter frei zu haben.

Nach dem Tawaf soll man zum Stand Abrahams gehen und ein Gebet von 2 Rak’aa – mit der Sura Al-Kafirun (Qul ya ayuha al-Kafirun...) im ersten Rak’aa und der Sura Al-Ikhlas (Qul huwa Allahu ahad...) im zweiten Rak’aa -  zu verrichten. Man soll die Anderen dabei beim Tawaf nicht behindern.

Dann geht zur Quelle Zamzam und trinkt soviel wie ihr könnt, denn es ist ein gesegnetes Wasser. Der Prophet Mohammed (sas) hat gesagt:
«Es ist eine Nahrung für den Hungrigen und eine Heilung für den Kranken» und «Wer vom Zamzam Wasser trinkt, bekommt, was er beabsichtigt (worum er bittet).»

Nach dem Zamzam geht man zu as-Safa und al-Marwa. Dort muss man 7mal hin und her laufen. Man beginnt beim as-Safa und spricht folgendes Bittgebet:
«La illaha illa Allah wahdahu la sharika lah. Lahul Mulk, wa lahul hamd wa huwa ‘ala kulli scheiin Qadier. La illaha illa Allah angasa waadah wa nasara abdah wa hasamal Ahsaab wahdah.» Oder ihr macht Bittgebete, die ihr könnt. Wenn ihr den anderen Hügel, al-Marwa, erreicht, der etwa 700 m von as-Safa entfernt ist, wiederholt ihr dasselbe Bittgebet. Zwischen beiden Hügeln gibt es einen gewissen Abschnitt, der nur von den Männern gerannt werden sollte.

Nach dem 7. Lauf sollten die Männer den ganzen Kopf rasieren. Die Frau sollte einen kleinen Teil ihrer Haare kürzen.

Somit ist die Umra abgeschlossen. Man nimmt den normalen Lebensrythmus wieder auf und all das, was während dieser Zeit verboten war, wird wieder erlaubt.


Haddsch

Am 8. Tag des Dul-Higga bereitet man sich vor, wie man sich schon zur Umra vorbereitet hat.

Der Mann nimmt seine weissen Ihram-Tücher, macht eine Ganzwaschung und fasst dann die Absicht in seinem Herzen:
«O Allah, ich habe die Absicht, den Hadsch zu machen.» Dann sagt man At-Talbya (Labbaik allahumma labbaik, siehe oben).

Mit Ruhe und die Talbya aussprechend geht man bis nach Mina. An diesem Tag beten wir Dhor, Asr, Maghreb, Ischa und Fajr-Gebet vom darauffolgenden Tag (9. Tag). An diesem Tag gibt es nichts anderes zu tun – nur die obligatorischen Gebete zu beten. Es ist ein Ort, bzw. der Moment, um sich auf den 9. Tag (9. Dhul-Higga) vorzubereiten. Am 9. Tag, nach dem Fajr-Gebet, wartet man, bis die Sonne aufgeht und begibt sich dann mit Ruhe nach Arafat.

Der Prophet (sas) sagte:
«Der beste Tag im ganzen Jahr ist der Tag von Arafat. Allah in Seiner Grösse kommt, ohne dass wir wissen wie, bis zum Himmel dieser Erde und sagt: «Schaut, meine Knechte sind aus mehreren Gegenden gekommen; sie wünschen sich Meine Vergabe und Meine Barmherzigkeit. Sie haben Meine Bestrafung nicht gesehen.» Der Prophet (sas) sagte: «An keinem anderen Tag haben die Menschen Heil wie an diesem Tag.» Wenn man in die Moschee von Arafat gehen kann, um die Predigt zu hören, um so besser. Wir beten inscha’allah Dhor und Asr zusammen, je 2 Rak’aa.

Wenn man nicht in der Moschee beten kann, so macht man diese Gebete von je 2 Rak’aa in der Gruppe. Dann, nach einer kurzen Pause, in der man sich erholen, bzw. vorbereiten kann, dann liegt es an jedem von euch, zu beten und zu bitten. Konzentriert euch auf diese intime Beziehung mit Allah – und betet, so viel ihr nur könnt!!!! Wenn ihr weinen wollt, so weint. Wenn ihr müde seid, so lest den Qur’an.

Euer Blick soll korrekt sein, eure Worte sollen korrekt sein. Profitiert von diesem Erhabenen und Intimen Moment. Vermeidet alle Diskussionen und Unstimmigkeiten, vermeidet über euer Leben, den Alltag, zu sprechen. Und bittet Allah mit all euren Gebeten, die ihr kennt. Wenn ihr das nicht könnt, so kann man auch ein kleines Buch mitnehmen, um daraus zu lesen. (Dua vom Propheten (sas), die er in Arafat sagte).

Lest und betet was ihr könnt und bittet von ganzem Herzen. Ihr bleibt mit dieser individuellen Beziehung zu Allah bis zum Sonnenuntergang. Dann verlässt man Arafat mit der Sicherheit, das alles, was man bisher gemacht hat, von Allah vergeben worden ist.

Man muss Arafat nach dem Maghreb (Sonnenuntergang) verlassen. Man geht weiter bis nach Muzdalifa. Wenn man in aller Ruhe in Muzdalifa angelangt ist, so betet man Maghreb und Ischa’-Gebet zusammen:  3 Rak’aa für Maghreb und 2 Rak’aa für Ischa, dann schläft man, da der vergangene Tag sehr schwierig und anstrengend war. Es ist für Frauen und Kinder erlaubt, nach Mitternacht Muzdalifa zu verlassen. Ich weiss nicht, wie wir es halten werden, das hängt von euren Wünschen ab.
In den früheren Pilgerfahrten teilten wir uns in 2 Gruppen auf. Die eine Gruppe mit Frauen, die von einem Bruder geführt wurde, und die zweite Gruppe mit Männern und denjenigen, die bis zum Fajr-Gebet bleiben wollten.

Beides ist möglich und erlaubt, und es liegt an euch auszusuchen, oder es bleiben alle zusammen. Dann, nach dem Fajr-Gebet geht man bis zur Umgebung von Muzdalifa und betet. Vergesst nicht, 7 Kieselsteine (besser 10, zur Vorsorge) von Muzdalifa mitzunehmen. Die Kieselsteine sollten die Grösse von Kichererbsen haben. An diesem Tag ist nun also der 10. Dhul-Higga, das heisst, der Id. An diesem Tag geht man bis zum
«Jamarat Al-Aqaba», das ist der Platz, an dem man die Steine nach dem Schaitan wirft, die symbolische Steinigung des Schaitans. Die islamische Bezeichnung heisst, wie oben erwähnt, «Jamarat al-Aqaba», die Station von Aqaba. Ihr werdet dort stehen, die Moschee zur linken und Arafat zur rechten Seite. Dann müsst ihr Stein um Stein werfen, wobei man sicher sein muss, dass der Stein auch im dortigen Zentrum angelangt ist. Bei jedem Wurf muss man sagen: «Bismillah – Allahu Akbar.» Man wirft 7 Steine – nicht mehr und nicht weniger!

Jeder Stein, der ausserhalb des Zentrums landet, ist ungültig. Nach dem 7. Stein müssen die Männer den ganzen Kopf rasieren, die Frauen einen kleinen Teil ihrer Haare kürzen. Danach sind sämtliche Dinge, die bis zu diesem Zeitpunkt verboten waren, wieder erlaubt, ausser sexuellen Beziehungen und was damit verbunden ist.

Dann geht man erneut nach Mekka, um den Haupt-Tawaf durchzuführen. Er ist gleich wie der erste, dieser war der Tawaf für die Umra, und der zweite ist der Tawaf für den Hadsch. Nach dem Tawaf macht man noch einmal den Lauf zwischen as-Safa und al-Marwa, der erste war für die Umra, der zweite ist für den Hadsch.

Nach dem Lauf zwischen as-Safa und al-Marwa wird alles wieder erlaubt. Nachher geht  man am gleichen Tag nach Mina zurück. Dort bleiben wir 3 Tage, d.h. der Tag des Id, der 11., 12., und der 13. Tag. 3 Tage nach dem Id verbringen wir also inschallah in Mina. Was machen wir dort? Am Id haben wir den Schaitan gesteinigt, die Haare rasiert bzw. geschnitten haben den Tawaf gemacht und sind zwischen as-Safa und al-Marwa gelaufen, d.h. wir haben alles gemacht und beendet. Am 11., 12., und 13. Tag gibt es nichts zu tun, ausser nach Mittag geht man erneut zur Station des Schaitan. Es gibt 3 Säulen. Das erste Mal haben wir nur einen Ort beworfen, aber am 11., 12. und 13. Tag bewerfen wir jeweils die anderen drei Säulen, man benötigt für jede Säule und jeden Tag 7 Kieselsteine, also 21 pro Tag, zur Sicherheit noch ein paar mehr, falls man einen verliert oder nicht trifft.

Nach dem 13. Tag ist die Pilgerreise komplett abgeschlossen.

Wir bleiben noch einen Tag in Mekka, um unser Gepäck etc. vorzubereiten, dann gehen wir nochmals zur Kaaba für den Abschieds-Tawaf. Den Lauf zwischen as-Safa und al-Marwa macht man aber nicht mehr. Nur den Tawaf mit Gebeten etc., dann trinkt man auch noch von der Zamzam-Quelle. Dann ist die Pilgerfahrt absolut beendet.

Dann gehen wir in die Stadt des Propheten (sas). Dort gehen wir in die Propeheten-Moschee und sagen dasselbe Bittgebet (Du’a), das man auch sonst beim Eintreten in jede Moschee sagt:
«Allahumma ighfirli dhunoubi wa-frah-li baba rahmatik.» Dann kommt man zum gesegneten Garten des Propheten (sas). Er ist links der Qiblah. Dort betet man 2 Rak’aa zur Begrüssung der Moschee. Dann kommt ihr zum Grab des Propheten (sas). Ihr werdet ihn mit Respekt und Ruhe begrüssen, ohne die Stimme zu erheben. (Du’a am Grab des Propheten (sas): «Die Gebete und der Friede Allahs seien mit dir, o Prophet Allahs. Die Gebete und der Frieden Allahs seien mit dir, o Geliebter Allahs. Ich bezeuge, dass du die Botschaft überbracht hast, und dass du das, was dir Allah anvertraut hat, übermittelt hast, und dass du die Gemeinschaft beraten hast, und dass du im Namen Allahs bis zu deinem Tode gekämpft hast.»)

Ein bisschen rechts liegt Abu Bakr (r) begraben, den man wie folgt begrüsst:
«Gegrüsst seist du, Nachfolger, Freund und Bruder des Propheten (sas). Dasselbe sagt man einige Schritte weiter am Grab von Omar (r).
In Medina werden wir auch andere religiöse Plätze besuchen, z.B. der Besuch der Märtyrer von Uhud, die Hamza und Musa’ab (r). Wir besuchen auch die erste Moschee des Islam (Qubaa’Moschee) und auch den Friedhof Al-Baqi, in dem alle grossen und gläubigen Muslime der ersten Jahrhunderte n.H. begraben sind.

Damit wären wir dann am Ende dieser inschallah wunderschönen Reise und ich bitte Allah, dass alles inschallah nach dem Qur’aan und der Sunna des Propheten abläuft.

 

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