Muslime in der Schweiz

Muslime werden durch die SVP instrumentalisiert (2011)

«Moscheen auf Staatskosten? NEIN!» Mit dieser Aussage auf grossformatigen Plakaten bekämpft die SVP des Kantons Schwyz die neue Kantonsverfassung, über die am 15. Mai 2011 abgestimmt wird.

SVP-Plakat in Schwyz

Viele Musliminnen und Muslime haben es langsam satt. Immer öfter müssen sie für schmutzige Wahlkampanien herhalten und haben keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren.

In ihrer Ausgabe vom 10. Mai 2011 schrieb die NZZ dazu:

«... Thematisch haben die Vorwürfe allerdings mit der Sache nur wenig oder wenn, dann eher am Rande zu tun. Dass die neue Verfassung, die unter dem für seine Sparsamkeit berühmt gewordenen und auch von der SVP hoch geschaätzten Alt-Regierungsrat Franz Marty und einer Verfassungskommission in fünf Jahren erarbeitet worden ist, im Gegenteil einen schlanken Staat propagiert und – typisch für Schwyz – auf das Eigenverantwortung der Bürger setzt, scheint die SVP wenig zu kümmern. Die Kampagne läuft, und die Leserbriefe werden vom Parteisekretariat vorbereitet, wie an einer Versammlung der SVP selber bekanntgegeben worden ist. ...»

Gerade der letzte Satz lässt aufhorchen. Die SVP bereitet Leserbriefe vor, die von ihren Mitgliedern nur noch verschickt werden müssen. Ob diese dann jeweils die Meinung der vermeintlichen Verfasser widerspiegeln, sei dahingestellt...

 

Auch im Aargau missbraucht die SVP die Muslime in der Schweiz, um Politik zu machen

«Flückiger fordert: Ewige Grabesruhe auch für Christen.» So titelte AZ online am 28. März 2011.

An und für sich klingt dies ziemlich harmlos. Aber: Die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger sagte gegenüber Tele M1: «Es gibt Religionen, welche eine ewige Grabesruhe wollen, wie die Muslime. Dann muss das aber auch für uns Christen möglich sein.»

Aus diesem Grund hat sie beim Bundesrat eine Interpellation eingereicht. Aus der Interpellation wird gemäss AZ online klar, dass sich Flückiger mit der heutigen Regelung gegenüber Muslimen benachteiligt sieht. «Es werden Forderungen nach 'reinem Boden' für Gräber oder nach ewiger Grabruhe gestellt», soll sie geschrieben haben.

Soweit uns bekannt ist, haben die Muslime in der Schweiz offiziell weder «reine Erde» noch ewige Grabesruhe gefordert. Denn: Was in manchen islamischen Ländern gilt, muss nicht automatisch in der Schweiz gelten. Die bereits eröffneten muslimischen Grabfelder in Zürich, Luzern, Basel etc. sind beredtes Zeugnis dafür. Siehe dazu auch unseren Beitrag zur Eröffnung des Gräberfeldes in Luzern von 2007.

Mit anderen Worten: Muslime in der Schweiz werden dazu missbraucht, um bestimmte Ziele zu erreichen.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel auf AZ online vom 28. März 2011.


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